Derzeit sind fünf Baustellen aktiv, drei auf österreichischem und zwei auf italienischem Staatsgebiet. Durch einen einfachen Klick auf ein Baulos gelangen Sie direkt zu dessen Kurzbeschreibung, dem Übersichtsplan und der Bildergalerie.
Die Vortriebsstände der einzelnen Tunnelbauwerke in den jeweiligen Baulosen werden regelmäßig aktualisiert. Eine grafische Darstellung zeigt den jeweiligen Baufortschritt.

Baulos H21 - Sillschlucht

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Die von August 2020 bis voraussichtlich Ende 2024 laufenden Arbeiten am Baulos H21 "Sillschlucht" schaffen die Verbindung zwischen dem Brenner Basistunnel und dem Hauptbahnhof Innsbruck.
Ein Streckenabschnitt von ca. 600 m wird hier realisiert, mehrere Bauwerke errichtet und Flussbau-Maßnahmen durchgeführt. Die Baukosten für diesen Abschnitt sind mit 59,5 Millionen Euro beziffert, ausgeführt werden die Arbeiten von der Porr Bau GmbH Kematen.

Im Gegensatz zu den anderen Baulosen auf österreichischem Projektgebiet, die hauptsächlich unter Tage vorgetrieben werden, handelt es sich hier um ein Bauwerkslos, das großteils ober Tage errichtet wird.
Im Wesentlichen besteht der Abschnitt "Sillschlucht" aus einer rund 200 langen Stützwand, einem in offener Bauweise errichteten, rund 130 m langen Vortunnel, zwei Eisenbahnüberführungen über die Sill, dem Nordportal des Brenner Basistunnels sowie einem anschließenden, 120-130 m langen Tunnelabschnitt. Trotz der verhältnismäßig kurzen Strecke umfasst dieses Baulos also sehr komplexe Baumaßnahmen.

Der Streckenabschnitt führt durch die beengte und damit baulogistisch anspruchsvolle Sillschlucht. Diese ist durch eine Vielzahl von Infrastrukturanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft, wie etwa der Inntalautobahn A12, der Brennerautobahn A13, dem Kraftwerk Untere Sill der Innsbrucker Kommunalbetriebe, dem Tirol Panorama sowie der Bestandsstrecke der ÖBB mit dem Berg Isel Tunnel, geprägt.

Die über weite Strecken natürlich belassene enge Wildbachschlucht ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Innsbrucker Bevölkerung und dementsprechend durch Wanderwege erschlossen. Um den Zugang zur Sillschlucht auch während der Bauzeit offen zu halten, wurde ein Ersatzwanderweg errichtet. Außerdem wurden ein Wege-Leitsystem zur besseren Orientierung und an mehreren markanten Stellen in Baustellennähe Informationstafeln eingerichtet.

Am Baufeld wurden bereits der Neubau der Zufahrtsbrücke über die Sill mit 42 m Länge realisiert, der Abbruch der alten Brücke sowie die gesamten Flussbaumaßnahmen abgeschlossen, die Böschungssicherung am Viller Berg für den Bau des BBT-Nordportals errichtet sowie die Hangsicherung zum Bau der Stützmauer für die Neubaustrecke fertiggestellt. Auch die Hangabtragungsarbeiten und die Böschungssicherung am Bergisel für den Bau des Silltal Tunnels konnten finalisiert werden.

Ende Oktober 2021 erfolgte der symbolische Tunnelanstich der westlichen Hauptröhre in Richtung Süden. Der Sprengvortrieb am künftigen Nordportal startete im November 2021.

Seit Mai 2022 sind die beiden rund 130 m langen Haupttunnelabschnitte im Viller Berg ausgebrochen. Zudem entstand inzwischen eine Spannband-Fußgängerbrücke über die Sill mit 55 m Länge, welche in Zukunft Teil des Wanderwegenetzes der Sillschlucht werden wird.

Aktuelle Bauarbeiten

  • Eine Stützwand, rund 200 m lang und über 9 m hoch, auf Bohrfählen gegründet;
  • Das Nordportal-Bauwerk des BBT;
  • Der Vortunnel „Silltal“ durch den Bergisel, ca. 130 m lang, teils in offener Bauweise;
  • Zwei Eisenbahnbrücken, eine für das Ost- und eine für das Westgleis, über die Sill. Die Brücke des Ostgleises wird als offene Stahlfachwerksbrücke errichtet, jene des Westgleises mit einem geschlossenen Überbau;
  • Das Portalbauwerk „Viller Berg“, einschließlich der Hangsicherung das Viller Berges;
  • Die beiden jeweils ca. 130 m langen Tunnelröhren des Tunnelabschnittes „Viller Berg“;
  • 350 m Flussbau;
  • Fußgängerbrücke;
  • Straßenzufahrtsbrücke.

Ein wesentliches Element des Bauloses ist die Sicherstellung der Fischpassierbarkeit der Sill. Das am Eingang der Sillschlucht befindliche AGA-Wehr mit einer Fallhöhe von ca. 8 m wurde dazu abgetragen und durch ein rund 350 m langes Rampenbauwerk mit pendelnder Tiefenrinne ersetzt. Im Zuge dieser Flussbaumaßnahmen wurde der Flusslauf etwa 8 m nach Osten gerückt, um auf der westlichen Seite ausreichend Platz für die Stützwand mit der darauf verlaufenden zweigleisigen Neubaustrecke zu gewinnen. Die Uferböschungen wurden hochwassersicher und dauerhaft stabil verbaut und renaturiert.

Durch eine entsprechende Renaturierung und Wiederherstellung der ursprünglichen Geländeformen zu Bauende erfährt das beliebte Naherholungsgebiet eine Aufwertung.

VORTRIEBSDATEN (06.10.2022)

Haupttunnel Ost (fertiggestellt)
Vortrieb
120 m
Länge
120 m
Ausbruchsquerschnitt
100 m²

Haupttunnel West (fertiggestellt)
Vortrieb
130 m
Länge
130 m
Ausbruchsquerschnitt
100 m²
Übersichtsplan inkl. Darstellung des Baufortschrittes
Galerie

Baulos H41 - Sillschlucht-Pfons

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Die Arbeiten an diesem Baulos haben Mitte Jänner 2022 mit der Einrichtung der Baustellenfläche begonnen. Am 7. Juli 2022 starteten die Vortriebsarbeiten in Richtung Innsbruck.

Das Baulos H41 "Sillschlucht-Pfons" befindet sich im nördlichen Bereich des BBT zwischen der Innsbrucker Sillschlucht im Norden und Pfons im Süden. Zur Haupterschließung wird der Zugangsstollen Ahrental genutzt, der bereits mit dem Erkundungslos E41 "Ahrental" errichtet wurde.
Das Los führt die Bauarbeiten aufbauend auf den Arbeiten des Vorloses H33 "Tulfes-Pfons" durch. Der Zuschlag für das Baulos H41 wurde am 17.11.2021 der Bietergemeinschaft H41 Sillschlucht-Pfons bestehend aus den Firmen Implenia Österreich GmbH, Implenia Schweiz AG, Webuild S.p.A, csc costruzioni sa erteilt. Die Angebotssumme der Bietergemeinschaft beträgt 651 Mio. Euro.
Insgesamt werden bei diesem Baulos bis Sommer 2028 ca. 22,5 km Haupttunnel und 38 Querschläge mit einer Gesamtlänge von etwa 2,3 km ausgebrochen. Um weiterhin den schnellstmöglichen Fortschritt im Gesamtprojektverlauf zu gewährleisten, wurde der Projektbereich "Sillschlucht-Pfons" um drei Kilometer Haupttunnel in Richtung Süden verlängert, wo es an das zukünftige Baulos H53 "Pfons-Brenner", angrenzt.

Die Arbeiten umfassen im Wesentlichen folgende Bauwerke:

  • Restausbruch Nothaltestelle (NHS) Innsbruck inkl. Sprengvortrieb Haupttunnelröhre West bis Montagekaverne West für die Tunnelvortriebsmaschine und Montagekaverne Ost für die Tunnelvortriebsmaschine
  • Sprengvortrieb der Haupttunnelröhren vom Ahrental aus in Richtung Norden bis zum Durchschlagspunkt zum Baulos H21 "Sillschlucht" (Länge Oströhre: ca. 2.331 m, Länge Weströhre ca. 3.415 m)
  • Maschineller Vortrieb der Haupttunnelröhren vom Ahrental aus in Richtung Süden bis zur Losgrenze zum künftigen Baulos H53 "Pfons-Brenner" (Länge Oströhre ca. 8.108 m, Länge Weströhre ca. 8.346 m)
  • Innenausbauarbeiten in den beiden Haupttunnelröhren, je ca. 14,4 km, außerdem in der NHS Innsbruck, in der Querkaverne Ahrental, in den den Querschlägen (alle 333 m), im Erkundungsstollen, im Zugangstunnel Ahrental inkl. Lüftungskavernen Ahrental und Schacht Patsch, im Rettungsstollen Tulfes sowie im Zugangstunnel Sillschlucht
  • Trennwand der Verbindungstunnel Ost und West Innsbruck und Fahrsohle in den Seitenkorridoren (Sicherheitskorridor) der Verbindungstunnel Ost und West Innsbruck
  • Weitspülsystem in den Verbindungstunneln Ost und West Innsbruck
  • Herstellung einer Brücke über die A13 Brennerautobahn mit einer Länge von 69,4 m

Weiters wurde optional folgende Leistung ausgeschrieben:

  • Restliche Ortbeton-Innenschale im Rettungsstollen Tulfes


Aktuelle Bauarbeiten:

  • Errichtung einer Trennwand im Verbindungstunnel Ost und West Innsbruck und einer Fahrsohle in den Seitenkorridoren (Sicherheitskorridor) der Verbindungstunnel Ost und West Innsbruck
  • Vorbereitungsarbeiten für das Weitspülsystem in den Verbindungstunneln Ost und West Innsbruck
  • Betonarbeiten für die Brücke über die A13 Brennerautobahn
  • Sprengvortrieb Montagekaverne West
  • Sprengvortrieb Montagekaverne Ost
  • Ertüchtigungsarbeiten im Erkundungsstollen
  • Errichtung von Förderbandanlagen von untertage auf die Deponien Ahrental bzw. Padastertal

 

VORTRIEBSDATEN (04.12.2022)

Haupttunnelröhren SÜD: maschineller Vortrieb (TBM)
Vortrieb
0 m
Länge
16.594 m
Ausbruchsquerschnitt
85 m²
Haupttunnelröhren SÜD und Montagekavernen TBM: Sprengvortrieb
Vortrieb
164 m
Länge
258 m
Ausbruchsquerschnitt
82-210 m²
Haupttunnelröhren NORD: Sprengvortrieb
Vortrieb
69 m
Länge
5.746 m
Ausbruchsquerschnitt
70 m²
Querschläge
Vortrieb
51 m
Länge
2.260 m
Ausbruchsquerschnitt
30-70 m²
Nothaltestelle Innsbruck, Restausbruch
Vortrieb
338 m
Länge
702 m
Ausbruchsquerschnitt
15-100 m²
Übersichtsplan inkl. Darstellung des Baufortschrittes

Baulos H33 - Tulfes-Pfons

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Seit Ende September 2021 sind in diesem Baulos sämtliche Arbeiten abgeschlossen.

Dieses Baulos wurde im Sommer 2014 an die Bietergemeinschaft Strabag SE / Webuild S.p.A. (vormals Salini-Impregilo) vergeben.

Bauzeit: 2014 - 2021
Aufzufahrende Tunnelstrecke: 43,3 km
Auftragsvolumen: 491 Mio. Euro

Das Baulos setzt sich aus mehreren Bauwerken zusammen:

  • Rettungsstollen Tulfes
  • Nothaltestelle Innsbruck
  • Haupttunnel
  • Verbindungstunnel - Überwerfung
  • Erkundungsstollen Ahrental-Pfons

Bauarbeiten

Rettungsstollen
Der Rettungsstollen wurde entlang der bestehenden Eisenbahn-Umfahrung Innsbruck mit einer Länge von 9,7 Kilometern und einem Ausbruchsquerschnitt von ca. 35 m² errichtet. Er wurde von drei Stellen aus gleichzeitig im Sprengvortrieb aufgefahren: von Tulfes aus Richtung Westen, vom Zufahrtstunnel Ampass aus Richtung Osten und Richtung Westen. Der Rettungsstollen wurde im Sommer 2017 fertiggestellt.

Haupttunnel
Der Vortrieb der Haupttunnel erfolgte im Sprengvortrieb nach der neuen österreichischen Tunnelbauweise. Der feierliche Vortriebsbeginn fand am 19.03.2015 im Beisein von EU-Kommissarin Violeta Bulc und der Verkehrsminister der sieben Alpenländer (Österreich, Italien, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Liechtenstein, Slowenien) statt. In diesem Abschnitt wurden ca. 6 km Haupttunnel mit einem Ausbruchsquerschnitt von ca. 70 m² gebaut.

Verbindungstunnel BBT - Umfahrung Innsbruck
Seit Sommer 2015 wurde an den beiden Verbindungstunnel zwischen dem Brenner Basistunnel und der bestehenden Umfahrung Innsbruck gebaut. Die Verbindungstunnel wurden im Sprengvortrieb mit einem Querschnitt von ca. 115 m² aufgefahren. Der Vortrieb wurde im Frühjahr 2017 abgeschlossen.

Erkundungsstollen
Das Baulos Tulfes-Pfons umfasste die Errichtung des 16,5 km langen Erkundungsstollenabschnitts zwischen dem Knotenpunkt Ahrental und dem Gemeindegebiet von Steinach am Brenner. Die 200 Meter lange Gripper Tunnelbohrmaschine (TBM) wurde am 26.09.2015 angedreht und arbeitete sich bis zum 06.07.2020 rund 16,7 km Richtung Süden vor. Seit dem erfolgten Durschschlag ist dieses Baulos mit dem Baulos Pfons-Brenner verbunden.

Verfüllung des Überbruchs "Iris"
Bei diesem Überbruch handelt es sich um einen Hohlraum, der sich im Zuge des Vortriebs des Erkundungsstollens in einer Störungszone gebildet hat. Dieser musste mittels Zementmörtelinjektionen von einem Injektionsstollen aus verfüllt werden, um Auswirkungen auf das Gesamttunnelsystem ausschließen zu können. Im Rahmen dieser Sanierungsmaßnahmen wurden von Juli 2020 bis Mai 2021 die Haupttunnelröhren im Störzonenbereich mittels Sprengvortrieb vorab über einen Hilfsangriff aus dem Erkundungsstollen aufgefahren, um bei der Ankunft der späteren Tunnelbohrmaschinen weitere Interferenzen vermeiden zu können.

Übersichtsplan inkl. Darstellung des Baufortschrittes
Galerie

Baulos H52 - Hochstegen

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Die Arbeiten an diesem Baulos haben im Februar 2022 mit der Einrichtung der Baustellenfläche bei Wolf begonnen. Am 4. Mai 2022 erfolgte der Tunnelanschlag im Baulos.
Beim Baulos H52 "Hochstegen" im Gemeindegebiet von Steinach am Brenner handelt es sich um einen Teilbereich des vormaligen, neu konzipierten Bauloses H51 "Pfons-Brenner". Dieser bisherige Projektabschnitt wurde in unterschiedliche Baulose aufgeteilt, um eine möglichst rasche und effiziente Weiterführung der Arbeiten im Sinne eines zügigen Gesamtprojektfortschrittes zu gewährleisten. Zur Haupterschließung wird der Zugangsstollen Wolf genutzt.
Das Los Hochstegen liegt in einer Störungszone, die durch eine äußerst komplexe Geologie geprägt ist. Auf einer Länge von rund 500 Metern sind wasserführende, karbonatische Gesteinsschichten vorherrschend. Deshalb gestaltet sich der Tunnelvortrieb in dieser Zone besonders anspruchsvoll. Der Auftrag für die Bauarbeiten im Baulos H52 "Hochstegen" wurde am 15.12.2021 dem Unternehmen Swietelsky Tunnelbau GmbH & Co KG gegeben. Die Angebotssumme beträgt rund 102 Millionen Euro, die Bauzeit wird mit 23 Monaten veranschlagt.
Kernstück ist der Vortrieb des Erkundungsstollens in Richtung Süden durch die sogenannte "Hochstegenzone", wobei der Vortrieb in diesem Bereich im Schutze von vorauseilenden Abdichtungs- und Sicherungsinjektionen erfolgt.

Die Arbeiten umfassen im Wesentlichen folgende Bauwerke:

  • 1,2 km Erkundungsstollen in Richtung Süden
  • 2,6 km Haupttunnel in Richtung Süden
  • 0,6 km Verbindungstunnel
  • 0,3 km Querschläge

Aktuelle Bauarbeiten:

  • Injektionsmaßnahmen im Bereich des Erkundungsstollens entlang des nördlichen Übergangs zum Hochstegenmarmor entlang einer ca. 50 m langen Übergangszone
  • Errichtung eines Hilfsangriffs vom Erkundungsstollen aus zu den Haupttunnelröhren im Bereich der Hochstegenzone
  • Errichtung der Überleitstelle
  • Installation eines ca. 9 km langen Förderbandes zum Baulos H41

Hydrogeologische Baubegleitung und wasserwirtschaftliche Beweissicherung:

Mit Gebirgsverbesserungsmaßnahmen in Form von Injektionen sollen sowohl Wasserzutritte als auch eine Absenkung der Wasserspiegel in den Schutzgebieten "Hinteres Venntal" und "Hinteres Valsertal-Natura 2000" vermieden und die Zutrittsmengen deutlich reduziert werden.

VORTRIEBSDATEN (03.11.2022)

Haupttunnelröhren
Vortrieb
1.350 m
Länge
2.600 m
Ausbruchsquerschnitt
60-80 m²

Erkundungsstollen
Vortrieb
142 m
Länge
1.200 m
Ausbruchsquerschnitt
 60 m²
Überleitstelle und Querschläge
Vortrieb
204 m
Länge
600 m
Ausbruchsquerschnitt
 25-30 m²
Übersichtsplan inkl. Darstellung des Baufortschrittes

Baulos H53 - Pfons-Brenner

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Die Ausschreibung des Bauloses H53 Pfons-Brenner erfolgte am 19.01.2022.
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Übersichtsplan

Baulos H61 - Mauls 2-3

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Von Oktober 2011 bis zum Sommer 2015 wurden hier im Baulos "Periadriatische Naht" 3,7 km Haupttunnelröhren und 1,5 km Erkundungsstollen ausgebrochen. Die Durchörterung der Periadriatischen Störungszone, einer der größten geologischen Störungszonen der Alpen, verlief problemlos. Mit dem Abschluss der Arbeiten waren die logistischen Voraussetzungen für das anschließende Baulos "Mauls 2-3" geschaffen. Die Arbeiten für dieses Baulos, welches mit einem Auftragsvolumen von 993 Mio. Euro an die Bietergemeinschaft Webuild S.p.A., Ghella S.p.A., Oberosler Cav Pietro S.r.l. (bis Juni 2018), Cogeis S.p.A. und PAC S.p.A. vergeben wurde, begannen im September 2016. Es handelt sich dabei um das größte Baulos im Projektgebiet.

Die Arbeiten erstrecken sich vom Baulos "Eisackunterquerung" im Süden bis zur Staatsgrenze im Norden. Im Laufe der 7-jährigen Bauzeit werden 39,8 Kilometer Fahrtunnel und 14,8 Kilometer Erkundungsstollen vorgetrieben, ebenso wie die Nothaltestelle Trens mitsamt Zufahrtstunnel und der Querschläge zwischen den Haupttunnelröhren im Abstand von je 333 Metern. Insgesamt werden 65 Tunnelkilometer ausgebrochen. Nach Fertigstellung dieses Bauloses sind alle Vortriebsarbeiten auf italienischer Seite abgeschlossen.

Am 24.11.2021, nach 14 Kilometern und 3,5 Jahren Vortrieb, ist die Tunnelbohrmaschine "Serena" im Erkundungsstollen Richtung Norden erfolgreich an ihrem Ziel, der Staatsgrenze, angekommen. Erstmalig wird beim Ausbruch der Tunnelröhren im BBT-Projekt die Staatsgrenze am Brenner erreicht, was einen historischen Schritt bedeutet.

Mit dem Durchschlag am 19.05.2022 die ehemals getrennten Baulose "H61 Mauls" und "H71 Eisackunterquerung" sind nun miteinander verbunden.

Aktuelle Bauarbeiten

Nothaltestelle Trens
Die Sprengarbeiten für die Verbindung des Zufahrtstunnels Mauls mit der zukünftigen Nothaltestelle Trens haben im Dezember 2016 begonnen. Die Ausbruchsarbeiten an dem 3,8 km langen Tunnel mit einem Querschnitt von ca. 80 m2 wurden im Juni 2020 abgeschlossen. Derzeit wird an der Errichtung der Nothaltestelle selbst gearbeitet.

Haupttunnel
Seit 13. März 2017 wird an den Hauptröhren in Richtung Norden gebaut. Der Vortrieb erfolgte für die ersten 0,8 km bergmännisch, anschließend starteten im Frühjahr 2019 zwei Tunnelbohrmaschinen Richtung Norden.

Der Vortrieb der Haupttunnel in Richtung Süden wurde am 03. April 2017 aufgenommen. Die südliche Losgrenze wurde im Oktober 2020 erreicht.

Derzeit sind der maschinelle Vortrieb, die Herstellung der Innenschalen der Querschläge entlang des HTWN, die Herstellung der Innenschalen der Verbindungsstollen und der Lüftungsstollen entlang der Nothaltestelle, die Herstellung der Innenschalen entlang des Zugangstunnels und die Herstellung der Innenschalen in der Logistikkaverne Ost Süd im Gange.

VORTRIEBSDATEN VOM 03.11.2022

Zufahrtstunnel zur Nothaltestelle (fertig gestellt)
Vortrieb
3.805 m
Länge
3.805 m
Ausbruchsquerschnitt
80 m²
Haupttunnel
Vortrieb
34.431 m
Länge
39.856 m
Ausbruchsquerschnitt
85 m²
Erkundungsstollen (fertig gestellt)
Vortrieb
14.757 m
Länge
14.757 m
Ausbruchsquerschnitt
35 m²
Querschläge, Sicherheits- und Logistiktunnel
Vortrieb
4.151 m
Länge
6.930 m
Ausbruchsquerschnitt
26-56 m²
Übersichtsplan inkl. Darstellung des Baufortschrittes
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Baulos H71 - Eisackunterquerung

ALLGEMEINES ZUM BAULOS

Das südlichste Baulos des Brenner Basistunnels mit einem Auftragsvolumen von 301 Mio. Euro wurde im Oktober 2014 an die Bietergemeinschaft Isarco s.c.a.r.l., bestehend aus Webuild S.p.A. (ex. Salini-Impregilo), Strabag AG, Strabag S.p.A., Consorzio Integra und Collini Lavori S.p.A., vergeben. Mit diesem Baulos wird der Brenner Basistunnel mit der bestehenden Brennereisenbahn und dem Bahnhof Franzensfeste verbunden. Insgesamt werden 4,5 km Haupttunnel und 1,2 km Verbindungstunnel realisiert. 


Der Großteil der Arbeiten in diesem Baulos findet im Lockergestein des Talbodens statt. Deshalb waren eine Reihe von Maßnahmen notwendig, um dieses vor den eigentlichen Vortriebsarbeiten zu verfestigen. Unter anderem wird die Verfestigung des Bodens unter Einsatz des sogenannten Jet-Groutings durchgeführt.
Nach Abschluss der Verfestigung wurden 4 Schächte gegraben, durch welche das Niveau der Tunnelröhren in ca. 20-25 Metern unterhalb der Oberfläche erreicht wurde. Ausgehend von dort erfolgt nun der bergmännische Vortrieb der Haupt- und Verbindungstunnel Richtung Norden sowie die Unterquerung des Flusses Eisack.

Im Zuge dieses Bauloses werden die Autobahn, die Staatsstraße, die Bahnstrecke und der Eisack unterquert. Bei der Unterquerung des Flusses kommt eine weitere Verfestigungstechnik zum Einsatz: die Vereisung.

Aktuelle Bauarbeiten

Bis Ende 2016 wurden in vorbereitenden Arbeiten die Staatsstraße SS12 verlegt, zwei Brücken und eine Unterführung der Brennerbahn errichtet und eine direkte Anbindung an die Autobahn geschaffen. So können sowohl An- als auch Abtransporte direkt über die Autobahn erfolgen und der Verkehr wird nicht durch die umliegenden Ortschaften geleitet.

In der aktuellen Hauptbauphase, die den tatsächlichen Tunnelbau betrifft, wurden weite Teile der Haupt- und Verbindungstunnel errichtet. Ebenso wurden 4 Schächte errichtet, welche den Zugang zu den Ortsbrüsten der Unterquerungstunnel des Eisack ermöglichen. Mittlerweile konnten alle vier Tunnelröhren unter dem Fluss Eisack ausgebrochen werden. Mit dem Durchschlag am 19. Mai 2022 sind die Haupttunnelröhren im Baulos Eisackunterquerung fertig vorgetrieben. Die ehemals getrennten Baulose "H61 Mauls" und "H71 Eisackunterquerung" sind nun miteinander verbunden. Derzeit laufen auch die Arbeiten zur Vervollständigung der Innenschalen sowie der Außenbereiche der Tunnel.

  

VORTRIEBSDATEN VOM 03.11.2022

Haupttunnel (fertiggestellt)
Vortrieb
4.478 m
Länge
4.478 m
Ausbruchsquerschnitt
60-150 m²
Verbindungstunnel
Vortrieb
1.409 m
Länge
1.569 m
Ausbruchsquerschnitt
60-80 m²
Querschläge
Vortrieb
137 m
Länge
170 m
Ausbruchsquerschnitt
35-45 m²
Zufahrtstunnel (fertiggestellt)
Vortrieb
164 m
Länge
164 m
Ausbruchsquerschnitt
65 m²
Übersichtsplan inkl. Darstellung des Baufortschrittes
Galerie