Der Brenner Basistunnel (BBT) ist ein flach verlaufender Eisenbahntunnel, der Österreich und Italien verbindet. Er führt von Innsbruck nach Franzensfeste (55 km). Rechnet man die bereits bestehende Eisenbahnumfahrung Innsbruck dazu – in sie mündet der BBT – ist der Alpendurchstich 64 km lang. Er ist damit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt.

Tunnel, Röhren & Stollen
Basistunnel
Erkundungsstollen & Erkenntnisse
Logistik & Entwässerung
Sicherheit
Länge
Geologie
Tunnel, Röhren & Stollen
Tunnel, Röhren & Stollen

Der Brenner Basistunnel besteht aus einem komplexen Tunnelsystem. Neben den zwei Haupttunnelröhren und dem Erkundungsstollen gibt es Verbindungsröhren, Querschläge und Nothaltestellen sowie vier seitliche Zufahrtstunnel.

Basistunnel
Basistunnel

Von einem Basistunnel spricht man, wenn ein Tunnel ohne nennenswerte Steigung (daher auch: „Flachbahn“) durch den Berg verläuft. Basistunnel werden fast ausschließlich im Hochgebirge errichtet.

Erkundungsstollen & Erkenntnisse
Erkundungsstollen & Erkenntnisse

Der Erkundungsstollen ist wichtig, damit zusätzliche Erkenntnisse über das Innere des Berges gewonnen werden können und somit die Ausführung der beiden Haupttunnel präziser planbar ist.

Logistik & Entwässerung
Logistik & Entwässerung

Über den Erkundungsstollen wird das Aushubmaterial der Haupttunnelröhren abtransportiert. So kann der Bau ungestört voranschreiten. Zudem dient der Erkundungsstollen zur Ableitung der Bergwässer, die sich im Tunnelsystem ansammeln.

Sicherheit
Sicherheit

Die beiden Haupttunnelröhren sind in Abständen von 333 m durch Querschläge miteinander verbunden. Diese Verbindungstunnel sind gesicherte Bereiche, in die sich Passagiere im Notfall retten können. Über die zweite Haupttunnelröhre wird ein Rettungszug die Personen in eine der drei Nothaltestellen bringen. Seitliche Zufahrtstunnel führen von hier ins Freie.

Länge
Länge

Der Tunnel ist 64 km lang und erstreckt sich zwischen Franzensfeste und dem Portal in Tulfes an der seit 1994 bestehenden Umfahrung von Innsbruck. Die Tunnellänge zwischen Franzensfeste und Innsbruck beträgt 55 km.

Geologie
Geologie

Die geologischen Informationen beruhen auf Vorstudien, die bereits seit Jahrzehnten laufen. Bisher wurden 200 Erkundungsbohrungen, bei denen mehr als 35.000 m Gestein aus dem Berg geholt wurden, durchgeführt, um das Gestein entlang der geplanten Tunneltrasse zu erforschen.

Der BBT besteht aus zwei 8,1 m breiten Tunnelröhren, die in einem Abstand von 70 m verlaufen. Sie werden eingleisig bestückt, sodass die Züge im Einbahnverkehr durch die beiden Tunnel fahren. In Abständen von 333 m verbindet ein Stollen, ein sogenannter Querschlag, die zwei Röhren. Die Querschläge dienen in Notfallsituationen als Fluchtweg. Dieses Konzept entspricht höchsten Sicherheitsstandards im Tunnelbau.

Eine Besonderheit des Brenner Basistunnels ist der durchgehende Erkundungsstollen. Er befindet sich mittig zwischen den zwei Haupttunnelröhren, 12 m darunter, und ist mit 5 bis 6 m Durchmesser kleiner als sie. Die derzeit laufenden Vortriebsarbeiten am Erkundungsstollen sollen Aufschluss über die Beschaffenheit des Gebirges geben und dadurch Baukosten und -zeiten minimieren. Sobald der BBT in Betrieb ist, wird der Erkundungsstollen eine wichtige Rolle für die Entwässerung spielen.

Der BBT wird eine Gesamtlänge von 64 km aufweisen, womit die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt entsteht. In Innsbruck mündet der BBT in die bestehende Eisenbahnumfahrung, die in Tulfes in die Unterinntaltrasse übergeht. Parallel zur Umfahrung Innsbruck wird ein Rettungsstollen gebaut. Der zweiröhrige Tunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste ist 55 km lang.

Die Längsneigung des Basistunnels beträgt 6,7 ‰ auf der Nordseite und 4 ‰ auf der Südseite des Brenners. Die Scheitelhöhe liegt auf 790 m ü. d. M., also 580 m tiefer als der Brennerpass (1.371 m).

Eckdaten
TEN-Korridor: SCAN-MED (Skandinavien - Mittelmeer) 
Länge Neue Brennerbahn München–Verona mit BBT425 km
Länge Brenner Basistunnel, Portal Tulfes bis Portal Franzensfeste64 km
Länge Brenner Basistunnel, Portal Innsbruck bis Portal Franzensfeste55 km
Innendurchmesser Haupttunnel8,1 m
Innendurchmesser Erkundungsstollenmin. 5 m
Längsneigung4,0 ‰ – 6,7 ‰
Entwurfsgeschwindigkeit für Güterverkehr120 km/h
Entwurfsgeschwindigkeit für Personenverkehrmax. 250 km/h
Bahnstromversorgung25 kV 50 Hz
ZugsicherungssystemETCS Level 2
Schienenoberkante Portal Innsbruck608,8 m
Schienenoberkante Brenner794 m
Schienenoberkante Portal Franzensfeste747,2 m
Prognostizierte Gesamtkosten (Preisbasis 01.01.2017)7.765 Mio. €
Prognostizierte Gesamtkosten inkl. Risikovorsorge für vorhandene, aber nicht identifizierbare Risiken (Preisbasis 01.01.2017)8.282 Mio. €
Prognostizierte Gesamtkosten mit Inflationsanpassung (CIPE-Beschluss ausständig)8.384 Mio. €
Planungs- und Bauphasen:
Phase I: Vorprojekt und Vorerkundung
Phase II: Einreich- und UVP-Projekt
Phase IIa: Erkundungsstollenabschnitte
Phase III: Haupttunnel
1999–2003
2003–2010
2007–2013
2011–2026
4 Zufahrtstunnel
Die seitlichen Zufahrtstunnel in Ampass, Ahrental, Wolf bei Steinach a.B. und in Mauls verbinden den Brenner Basistunnel mit der Außenwelt.
333 Meter
Alle 333 Meter gibt es Querverbindungen zwischen den beiden Haupttunnelröhren.
3 Nothaltestellen
Bei unerwarteten Ereignissen können die Züge in unterirdischen Nothaltestellen (Innsbruck, St. Jodok, Trens) stehen bleiben.
35.000 Meter
Für die Planung des Projekts wurden 35.000 Meter Erkundungsbohrungen durchgeführt. Diese geben Aufschluss über die geologische Beschaffenheit des Gebirges.
25 kV 50 Hz
Die Bahnstromversorgung wird 25 kV 50 Hz betragen. Eingebaut wird das europäische Signalsystem ERMTS II.