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Baufortschritt

Aicha-Mauls

Geschichte

Die Idee, einen Scheiteltunnel unter dem Brennerpass hindurch zu errichten, hatte der italienische Ingenieur Giovanni Qualizza bereits im Jahr 1847. Bis zum Bau eines Basistunnels sollten jedoch 160 Jahre vergehen.

Im Jahr 1971 keimte der Gedanke an einen Brennertunnel erneut auf. Der Internationale Eisenbahnverband gab erstmals eine Studie zur Neuen Brennerbahn mit einem Basistunnel in Auftrag. Bis 1989 wurden drei Machbarkeitsstudien ausgearbeitet, die die Basis für die weitere Planung des Brenner Basistunnels darstellten.

Damit war der Startschuss für die Planungstätigkeiten gefallen. Die EU nahm den Korridor Berlin−Neapel 1994 als prioritäres Vorhaben in die Liste vorrangiger Projekte auf. Zehn Jahre später unterzeichneten Österreich und Italien den Staatsvertrag zum Bau des Brenner Basistunnels. Noch im selben Jahr entstand die heutige BBT SE. Die Bauarbeiten am Erkundungsstollen begannen 2008.

Chronologie der wichtigsten Entscheidungen

1971 Beschluss des UIC-Ausschusses Planung zur Bildung einer „Arbeitsgruppe Achse Brenneraus Fachvertretern der Bahnverwaltungen Deutsche Bahn (DB), Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), Italienische Staatsbahnen (FS) und Ausarbeitung einer Studie über die Neue Brennerbahn mit Basistunnel
1977 Auftrag der Tiroler Landesregierung zur Ausarbeitung eines Vorprojektes unter Einbindung der Bahnverwaltungen
1980 Vereinbarung der Verkehrsminister von Deutschland, Österreich, Italien über eine Machbarkeitsstudie
31.05.1985 Europäisches Abkommen über wichtige internationale Eisenbahnachsen wie „Oslo-München-Innsbruck-Brenner-Verona-Bologna-Bari
16.04.1989 Fertigstellung der Machbarkeitsstudie zum Brenner Basistunnel (1987) und Erklärung der Minister anlässlich eines Treffens in Udine als „Grundlage für alle weiteren Arbeiten
06.12.1991 Auftrag für weitere technische Studien des Eisenbahnbetriebes und des Sicherheitskonzepts für die Gesamtachse München–Verona: Machbarkeitsstudie 1993
10.12.1994 EU-Rat von Essen: Brennerachse wird Projekt Nr. 1 im Katalog der prioritären
TEN-V-Vorhaben
21.11.1994 Memorandum von Brüssel
27.09.1995 Gründung der Brenner Eisenbahn GmbH (BEG)
1996 Beginn der Planungsarbeiten für den 1. Ausbauschritt der neuen Unterinntalbahn
23.07.1996 Entscheidung Nr. 1692/96/EG des Europäischen Parlaments: Liste der vom Europäischen Rat am 09. und 10. Dezember 1994 in Essen ausgewählten 14 Vorhaben, TEN-Achse Nr. 1, Hochgeschwindigkeitszug Kombinierter Verkehr Nord-Süd: Brennerachse Verona–München
15.04.1999 Entscheidung der Verkehrsminister von Österreich und Italien über die Gründung einer Europäischen Wirtschaftlichen Interessensvereinigung (EWIV, GEIE) zur Projektierung des Brenner Basistunnels
01.12.1999 Start der Planungsphase I für den Brenner Basistunnel durch die Brenner Basistunnel EWIV
12.09.2001 Weißbuch der Europäischen Kommission: TEN-Projekte mit 14 prioritären Projekten einschließlich des Brenner Basistunnels
24.04.2002 Eisenbahnrechtlicher Bescheid der neuen Unterinntalbahn (rund 40 Kilometer zwischen Kundl und Baumkirchen)
01.04.2003 Gemeinsame Erklärung der Infrastruktur- und Verkehrsminister Österreichs und Italiens
10.09.2003 Memorandum von Rom: Planungsphase II für den Brenner Basistunnel
29.04.2004 Entscheidung Nr. 884/2004/EG des Europäischen Parlaments und des Rates zur Änderung der Entscheidung Nr. 1692/96/EG: Aufbau eines transeuropäischen Verkehrsnetzes – Vorrangige Vorhaben, mit denen vor 2010 begonnen werden soll: TEN-Achse Nr.1 Berlin-Verona/Mailand-Bologna-Neapel-Messina-Palermo mit dem Brenner Basistunnel
30.04.2004 Staatsvertrag von Wien: Abkommen zur Realisierung des Brenner Basistunnels zwischen Österreich und Italien
16.12.2004 Syndikatsvertrag zwischen Österreich, Land Tirol und RFI (Italien) und Gründung der europäischen Gesellschaft „Galleria di Base del Brennero – Brenner Basistunnel BBT SE” durch Verschmelzung der Brenner Basistunnel EWIV
21.12.2004 Genehmigung des Vorprojektes und der Umweltverträglichkeitsstudie in Italien durch das Land Südtirol und den Interministeriellen Ausschuss für Wirtschaftsplanung (CIPE I)
15.03.2005 Gründung der zwischenstaatlichen Kommission (CIG)
07.03.2006 Gründung der italienischen Gesellschaft „Tunnel Ferroviario del Brennero - Finanziaria di Partecipazione (TFB)”, welche den italienischen Anteil von 50 % bei der BBT SE hält. An dieser Holdinggesellschaft sind die RFI mit 82,796 %, die Autonomen Provinzen Bozen und Trient mit je 6,058 % und die Provinz Verona mit 5,088 % (Aufnahme erfolgte erst 2007) beteiligt.
22.05.2007 Gründung der Brenner Corridor Platform durch den Koordinator Karel Van Miert in Zusammenarbeit mit der BBT SE unter Einbindung der entsprechenden Ministerien von Deutschland, Österreich, Italien, der fünf Länder Bayern, Nord- und Südtirol, des Trentino und Verona, der drei Bahnverwaltungen DB, ÖBB mit der BEG und RFI
04.06.2007 Memorandum des Tiroler Landtages zu verkehrspolitischen Maßnahmen und zum Brenner Basistunnel
10.07.2007 Memorandum of Understanding: Infrastruktur- und Verkehrsminister von Österreich und Italien, Faymann und Di Pietro, unter Beisein des Verkehrsministers aus Deutschland Tiefensee, der Landeshauptleute von Tirol Van Staa, von Südtirol Durnwalder und des Trentino Dellai sowie des Koordinators Van Miert zur Unterstützung des Brenner Basistunnels
20.08.2007 Beginn der Bauarbeiten für den ersten Abschnitt des Erkundungsstollen zwischen Aicha und Mauls
19.02.2008 Entscheidung durch das Europäische Parlament: Mitfinanzierung des Basistunnels und der Zulaufstrecken mit einem Beitrag von 902 Mio. Euro bis zum Jahr 2013
29.02.2008 Abschluss des Einreich- und UVE-Projektes und Einreichung in Österreich (18.03.2008) und in Italien (31.03.2008)
28.04.2008 Erkundungsstollen Aicha-Mauls: Andrehfeier der Tunnelbohrmaschine in Aicha mit Staatspräsident Napolitano
05.12.2009 UVP-Genehmigung Brenner Basistunnel (Österreich)
16.04.2009 Genehmigung der teilkonzentrierten Verfahren in Österreich: Deponien, Wasserrecht
18.05.2009 Memorandum mit Aktionsplan 2009–2022 in Rom
29.05.2009 Finanzgenehmigung des Infrastrukturrahmenplanes mit BBT im Österreichischen Parlament
05.06.2009 Finanzgenehmigung des Infrastrukturrahmenplanes mit BBT im Österreichischen Bundesrat
19.06.2009 Rahmenvereinbarung mit 7 Universitäten
24.07.2009 Vertrag über die Realisierung des Brenner Basistunnels im Rahmen des Infrastrukturrahmenplanes mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie und der ÖBB-Infrastruktur AG (Österreich)
31.07.2009 Genehmigung CIPE II (Italien)
18.11.2010 Interministerieller Ausschuss für Wirtschaftsplanung (CIPE) genehmigt die Finanzierung des BBT in Italien
01.02.2011 Mit dem ÖBB-Rahmenplan 2011–2016 genehmigt die österreichische Bundesregierung die Realisierung des BBT
18.04.2011 Beschluss der Bauphase (Phase III) im Rahmen der Hauptversammlung
01.07.2011 Verlegung des Rechtssitzes der BBT SE von Innsbruck (Österreich) nach Bozen (Italien), wie im Staatsvertrag von 2004 vorgesehen