Der Ausbau zum Servicetunnel schafft die Voraussetzungen für eine effizientere Instandhaltung für mehr Zuverlässigkeit im künftigen Bahnbetrieb
Nach intensiven Planungsarbeiten für die Bahntechnik hat die BBT SE am 20. Oktober 2026 neue Prognosen zu Kosten und Zeiten vorgelegt: Der Brenner Basistunnel (BBT) soll nach derzeitigem Erkenntnisstand im Jahr 2034 in Betrieb gehen. Die Prognosen für die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 11,7 Milliarden Euro.
Optimierter Bahnbetrieb und mehr Kapazität für die Eisenbahntunnel
Den aktuellen Planungsarbeiten für die bahntechnische Ausrüstung lag ein Projektstand von 2008 zu Grunde. Seitdem hat sich vor allem aus technischer und normativer Sicht viel getan: neue Technologie und Sicherheitsvorschriften sind mittlerweile bindend.
Die Neuplanung baut auf innovativen Weiterentwicklungen und den wertvollen Erfahrungen aus dem Gotthard-Basistunnel auf. Der Erfahrungsaustausch zu Betriebsthemen lieferte wertvolle Impulse für den Brenner Basistunnel und zeigte das Potenzial der dritten Röhre, des sogenannten Erkundungsstollen, auf.
Vom Erkundungsstollen zum Servicetunnel – viele Vorteile für den künftigen Bahnbetrieb
Dank der umfassenden Planungsarbeiten kann der Erkundungsstollen künftig als Servicetunnel genutzt werden, mit dem Ziel, die Kapazität in den Eisenbahntunneln zu erhöhen.
Konkret bedeutet dies, viele technische Anlagen werden in den Servicestollen, mittig unterhalb der Bahntunnel, verlagert. Dies bringt viele Vorteile mit sich.
Die Anlagen sind weniger Störfaktoren (z.B. Staub) ausgesetzt und Wartungsarbeiten können mit Fahrzeugen direkt über den Servicetunnel erfolgen, ohne die Eisenbahnröhren zu sperren und den Bahnverkehr zu unterbrechen. Dadurch können vollständige Betriebsunterbrechungen reduziert und die Verfügbarkeit und Sicherheit des Tunnels um ein Vielfaches erhöht werden.
2034 als Ziel für die Aufnahme des regulären Zugverkehrs
Die Arbeiten für den BBT werden laut Prognosen 2033 fertiggestellt. Für 2034 sind die erforderlichen Tests, der Probebetrieb, die behördlichen Genehmigungen sowie Restarbeiten vorgesehen, um ein vollständig EU-konformes, technisch und betrieblich abgestimmtes Bahnsystem in Betrieb zu nehmen.
Aktuelle Gesamtkostenprognose: rund 11,7 Milliarden Euro
Die aktualisierte Terminprognose geht mit einer Anpassung der Gesamtkosten einher. Die derzeitige Kostenprognose für den Brenner Basistunnel beträgt rund 11,7 Milliarden Euro.
Wesentliche Einflussfaktoren sind dabei:
Der Brenner Basistunnel ist ein grenzüberschreitendes Eisenbahntunnelprojekt zwischen Österreich und Italien. Als zentraler Bestandteil einer der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen soll er die Voraussetzungen für eine leistungsfähige, moderne und nachhaltige Schienenverbindung durch die Alpen schaffen.