Der Brenner Basistunnel wird den europäischen Schienenverkehr revolutionieren, da er im Gegensatz zur bestehenden Bahnstrecke über den Brennerpass keine extremen Längsneigungen (Steigung und Gefälle) aufweisen wird. Wenn maximale Effizienz das Ziel ist, warum wurde der BBT dann nicht ganz flach geplant?
Der Brenner Basistunnel wird den Bahnverkehr auf der Brennerstrecke wesentlich effizienter machen, da die Neigung der Strecke drastisch reduziert wird: von derzeit 24-27 ‰ auf rund 4-7 ‰.
Der Tunnel wird jedoch nicht vollständig flach verlaufen. Er wird eine leichte Längsneigung sowie einen Scheitelpunkt an der Staatsgrenze haben. Der Grund dafür ist das Wasser.
Gemäß Artikel 7 des italienisch-österreichischen Abkommens zum Bau des BBT von 2004 gehören die während der Bauarbeiten angetroffenen natürlichen Ressourcen – einschließlich des Wassers – dem Staat, in dessen Hoheitsgebiet sie sich befinden.
Aus diesem Grund fließt das Wasser aus Österreich nach Norden und das aus Italien nach Süden, ohne die Grenze zu überschreiten. Dies ist eine technische Entscheidung, die das Völkerrecht achtet.
Es geht nicht nur um Neigungen, sondern um einen sorgfältigen Umgang mit den Ressourcen und dem Projektgebiet. Unsere Kollegen der Beweissicherung im Bereich Planung bei der BBT SE, erläutern das große Engagement hinter dem Projekt: „Die Wasserressourcen auf beiden Seiten der Staatsgrenze sind ein wichtiges und schützenswerte Gut und werden dahingehend bereits seit dem Jahr 2001 an mittlerweile 1.150 Messstellen auf einer Fläche von über 600 km² überwacht.“
Genau das feiern wir heute, am 22. März: die Fähigkeit großer Infrastrukturen, im Einklang mit den natürlichen Ressourcen zu bestehen. Sie sind neugierig, wie die Wasserüberwachung technisch funktioniert? Darüber werden wir im nächsten Artikel berichten.