Projekt
Der Brennerpass ist nicht nur historisch gesehen ein begehrter Verkehrsweg. Auch heute stellt dieser Pass über die Alpen die wichtigste Nord-Süd-Verbindung innerhalb der Europäischen Union dar. Jedes Jahr überqueren mehr als zwei Millionen Schwerfahrzeuge und insgesamt beinahe zwölf Millionen Kraftfahrzeuge den Brenner. Zudem werden jährlich nahezu 50 Millionen Nettotonnen an Gütern über diese Strecke transportiert.
Es muss daher alles unternommen werden um einerseits einen gesunden Lebensraum und andererseits die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten entlang des Brennerkorridors und im Alpenraum gewährleisten zu können. Dazu gehören Maßnahmen wie die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, ein verändertes Mobilitätsverhalten, interaktive Logistiksysteme und die Anpassung des Wirtschaftsraumes an bahnaffine Strukturen.
Die Möglichkeit zur Verlagerung des Güterschwerverkehrs von der Straße auf die Schiene bedingt zwangsläufig eine effiziente Bahninfrastruktur. Dazu wird im Nordtiroler Unterinntal schon rege gebaut. Im Jahr 2012 wird diese rund 40 km lange, großteils unterirdisch verlaufende Strecke zwischen Kundl und Baumkirchen fertiggestellt sein. Diese Strecke mündet direkt in die 1994 eröffnete Bahnumfahrung von Innsbruck ein.
Dort beginnt der Brenner Basistunnel.
Beim Brenner Basistunnel handelt es sich um einen flach verlaufenden reinen Eisenbahntunnel. Dieser Tunnel besteht aus zwei Röhren, die alle 333 m miteinander verbunden sind. In jeder Röhre befindet sich ein Bahngleis, auf dem primär Güterzüge in nur einer Richtung, also in einem Einbahnverkehr, fahren. Der Tunnel weist eine Länge von 55 km auf und wird, wie erwähnt, südlich von Innsbruck mit der bereits bestehenden, ebenfalls unterirdisch verlaufenden Bahnumfahrung von Innsbruck verbunden. Die Umfahrung und der Brenner Basistunnel zusammen ergeben somit die weltweit längste unterirdische Eisenbahnstrecke mit einer Gesamtlänge von 62,7 km. Sowohl vor dem Bahnhof von Innsbruck als auch vor dem Bahnhof von Franzensfeste kommen beide Tunnelröhren aus dem Berg heraus, sodass die Züge in die Bahnhöfe einfahren können. Unterhalb des Brennerpasses, welcher mit 1.371 m der niedrigste Alpenübergang ist, verläuft der Tunnel auf einer Höhe von etwa 794 m. Die Längsneigung der Umfahrung von Innsbruck und des Basistunnels beträgt etwa 6,7 ‰.
Mittig unterhalb der beiden Tunnelröhren befindet in einem Abstand von 12 m ein Erkundungsstollen. Dieser wird abschnittsweise vor dem Bau der Hauptröhren errichtet, um hauptsächlich das Gebirge zu erkunden. Die Ergebnisse dieser Erkundungen werden für den Bau der Haupttunnels genützt. Dadurch können das Baurisiko vermindert und sowohl Baukosten als Bauzeiten optimiert werden.
Der Brenner Basistunnel ist ein zentraler Abschnitt der Neuen Hochleistungsachse für die Eisenbahn von Berlin nach Palermo und dient primär dem Transport von Gütern.
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