Fragen und Antworten
Fragen und Antworten zu Themen rund um den Brenner Basistunnel finden Sie hier:
Bau des Tunnels
Alle anzeigen / Alle verbergen
Wie wird der Brenner Basistunnel (BBT) gebaut?
-
Der BBT wird durch Sprengung und mittels Tunnelbohrmaschinen in den Berg getrieben – je nach geologischen Gegebenheiten.
Wer arbeitet beim Projekt mit?
-
Das Projekt Brenner Basistunnel umfasst zahlreiche Wissensgebiete und Arbeitsbereiche. Beim Bau sind in erster Linie Ziviltechniker, Ingenieure und Baustellenarbeiter, wie Mineure, Mechaniker oder Elektriker, beschäftigt. Darüber hinaus erfordert die Umsetzung eines solch großen Bauwerks das Wissen und die Arbeit von Umwelttechnikern, Geologen und Geotechnikern sowie Juristen, Finanzexperten, Physikern, Baustoffexperten und von Baumanagern im administrativen Bereich.
Werden durch den Bau des BBT viele Arbeitsplätze geschaffen?
-
Ja. Zurzeit arbeiten mehr als 300 Menschen auf den Baustellen des BBT. Zu Spitzenzeiten, mit Beginn der Hauptbaulose 2016, wird diese Zahl merklich steigen: Es werden über 700 Dienstverhältnisse pro Jahr nur an den Baustellen geschaffen werden. Davon profitieren wiederum Handels- und Dienstleistungsbetriebe jeglicher Art in der Umgebung – gilt es doch, über viele Jahre hunderte Arbeiter zu beherbergen und zu versorgen.
Wozu wird zuerst ein Erkundungsstollen errichtet?
-
Bevor die beiden großen Tunnelröhren gebaut werden, wird ein Erkundungsstollen errichtet. Er hat einen Durchmesser von 5 bis 6 m und verläuft mittig zwischen den zwei Haupttunnelröhren, 12 m tiefer. Der Erkundungsstollen ist wichtig, damit zusätzliche Erkenntnisse über das Innere des Berges gewonnen werden können und somit die Ausführung der beiden Haupttunnel präziser planbar ist.
Über den Erkundungsstollen wird das Aushubmaterial der Haupttunnelröhren abtransportiert. So kann der Bau ungestört voranschreiten.
Darüber hinaus dient der Erkundungsstollen zur Ableitung der Bergwässer, die sich im gesamten Tunnelsystem ansammeln.
Wer finanziert den Brenner Basistunnel?
-
Die Europäische Union kofinanziert den Brenner Basistunnel mit dem höchstmöglichen Satz von 27 %. Die verbleibenden Kosten tragen Österreich und Italien je zur Hälfte.
Wie viel Material aus dem Berg wird deponiert?
-
Das Deponievolumen beträgt 17 Mio. m³. Das entspricht einem Würfel mit einer Seitenlänge von 257 m.
Begriffe
Alle anzeigen / Alle verbergen
Was ist ein Basistunnel?
-
Von einem Basistunnel spricht man, wenn ein Tunnel ohne nennenswerte Steigung (daher auch: „Flachbahn“) durch den Berg verläuft. Steile Zufahrtsrampen von den Tälern zu den Tunnelportalen fehlen. Basistunnel werden fast ausschließlich im Hochgebirge errichtet.
Was sind Zulaufstrecken?
-
Die Abschnitte, die zum Tunnel führen, nennt man Zulaufstrecken. Beim Brenner Basistunnel ist dies im Norden die Strecke von München über die neue Unterinntaltrasse und im Süden die Strecke zwischen Franzensfeste und Verona mit vier auszubauenden Teilstrecken, darunter der Abschnitt Franzensfeste–Waidbruck, die Umfahrung von Bozen und jene Trient sowie die Einbindung des Bahnhofs Verona.
Um die Kapazität des Brenner Basistunnels bestmöglich zu nützen, ist es wichtig, seine Zulaufstrecken zeitgleich in Betrieb zu nehmen.
Besichtigung & Information
Alle anzeigen / Alle verbergen
Kann ich die Tunnelbaustellen des BBT besichtigen?
-
Ja! Sie können verschiedene Baustellen des Brenner Basistunnels in Österreich und Italien besichtigen. Zudem gibt es immer wieder einen „Tag des offenen Tunnels“.
Zur Baustellenbesichtigung
Gibt es die Möglichkeit, sich von zu Hause aus über das Projektgebiet zu informieren?
-
Die gesamte Planung des Brenner Basistunnels ist auf georeferenzierten Daten aufgebaut. Dazu wurde ein geografisches Informationssystem (GIS) angelegt, das hier abrufbar ist.
Betrieb
Alle anzeigen / Alle verbergen
Verringert sich die Fahrtzeit mit der Bahn nach Fertigstellung des Brenner Basistunnels?
-
Ja. Die Fahrtzeit zwischen Innsbruck und Bozen wird sich von derzeit 2 Stunden auf 1 Stunde verkürzen. Der ICE zwischen München und Verona wird nur noch 3 Stunden statt aktuell 5,5 Stunden benötigen.
Wie komme ich bei einem Vorfall aus dem langen Tunnel?
-
Die beiden Haupttunnelröhren sind in Abständen von 333 m durch Querschläge miteinander verbunden. Diese Verbindungstunnel sind gesicherte Bereiche, in die sich Passagiere im Notfall retten können. Über die zweite Haupttunnelröhre wird ein Rettungszug die Personen in eine der drei Multifunktionsstellen (Innsbruck, St. Jodok oder Trens) bringen. Seitliche Zufahrtstunnel führen von hier ins Freie.
Geologie
Alle anzeigen / Alle verbergen
Woher weiß man, dass der Brenner Basistunnel aus geologischer Sicht überhaupt gebaut werden kann?
-
Die geologischen Informationen beruhen auf Vorstudien, die bereits seit Jahrzehnten laufen. Bisher wurden 200 Erkundungsbohrungen, bei denen mehr als 27.000 m Gestein aus dem Berg geholt wurden, durchgeführt, um das Gestein entlang der geplanten Tunneltrasse zu erforschen.
Durch welches Gestein verläuft der Brenner Basistunnel?
-
Vereinfacht lassen sich, von Nord nach Süd verlaufend, folgende Gesteinsstrukturen nennen:
Phyllit: ein metamorphes schieferartiges Gestein, das vorwiegend aus Quarz und Glimmer besteht (im Bereich Innsbruck–Ahrental);
Schiefer: ein mittel- bis grobkörniges Gestein mit ausgezeichnetem planarem und linearem Gefüge (in Bereichen nördlich und südlich des Brenners);
Gneis: ein metamorphes Gestein mit hohem Umwandlungsgrad. Es besteht hauptsächlich aus den Mineralien Feldspat, Quarz sowie Hell- und Dunkelglimmer (im Bereich Brenner);
Granite: massige, relativ grobkristalline, magmatische Tiefengesteine. Sie sind reich an Quarz und Feldspaten, enthalten aber auch dunkle Mineralien wie Glimmer (im Bereich Mauls).
Tunnel & Technik
Alle anzeigen / Alle verbergen
Wo beginnt der BBT und bis wohin führt er?
-
Auf österreichischer Seite wird es zwei Anbindungen an den Brenner Basistunnel geben: eine über eine Abzweigung von der bestehenden Eisenbahnumfahrung Innsbruck und eine vom Bahnhof Innsbruck. Auf italienischer Seite beginnt/endet der Brenner Basistunnel am Bahnhof Franzensfeste.
Wie lang ist der Brenner Basistunnel?
-
Der Tunnel ist nach seiner Fertigstellung 64 km lang und erstreckt sich zwischen Franzensfeste und dem Portal in Tulfes an der seit 1994 bestehenden Umfahrung von Innsbruck. Er wird somit der längste Eisenbahntunnel der Welt!
Die Tunnellänge zwischen Franzensfeste und Innsbruck beträgt 55 km.
Wie sieht der Brenner Basistunnel aus?
-
Der Brenner Basistunnel besteht aus einem komplexen Tunnelsystem. Neben den zwei Haupttunnelröhren und dem Erkundungsstollen gibt es Verbindungsröhren, Querschläge und Multifunktionsstellen sowie vier seitliche Zufahrtstunnel. Durch die beiden Haupttunnelröhren, die 70 m voneinander entfernt liegen, verläuft je ein Gleis. Der Zugverkehr erfolgt im Einbahnverkehr.
Warum ist der Brenner Basistunnel notwendig?
-
Der Brenner Basistunnel ist das Kernstück der 2.200 km langen, von der Europäischen Union als vorrangig eingestuften Eisenbahnachse Berlin–Palermo (TEN-1-Achse). Heute sind zwischen Berlin und Neapel bereits drei Viertel der TEN-1-Achse als Hochleistungs- bzw. Hochgeschwindigkeitsstrecken in Betrieb oder in Bau. Sollen nicht nur die ebenen Gebiete, sondern auch die Alpen mit einer Hochgeschwindigkeitsbahn durchquerbar sein, ist ein Basistunnel die einzige Lösung.








